Vogtlandkristall


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Über einige Granatvorkommen im Vogtland

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Granatkristalle aus dem Vogtland



Im Verhältnis zu seiner Größe weist das Vogtland einen doch beträchtlichen Mineralienreichtum auf. Auch wenn schon seit längerer Zeit der vogtländische Bergbau vollständig eingestellt ist, werden in den aktiven Steinbrüchen und vor allem in den Revieren des Altbergbaus immer wieder gut ausgebildete Mineralien gefunden. Auch durch Baustellen werden manchmal neue Mineralvorkommen für einen kurzen Zeitraum erschlossen. Besonders die einheimischen und ortskundigen Mineraliensammler entdecken dabei immer wieder Minerale, welche für den betreffenden Fundpunkt neu sind und so die Liste der nachgewiesenen Minerale erweitern.

Links ist eine typische Stufe aus dem alten Steinbruch bei Dröda abgebildet. Besonders gut sind die bis zu einem Zentimeter großen Kristalle von Albit ausgebildet. Zwischen diesen befinden sich kleine, zum Teil schon in Limonit umgewandelte Aktinolith Kristalle. Daneben finden wir noch Epidot** und kleine Andradit Kristalle. (Bildbreite ca. 8 cm)



Zur Zeit sind über 300 verschiedene Minerale auf vogtländischem Gebiet gefunden worden. Unter ihnen befinden sich auch einige aus der Granatgruppe. Die meisten Fundstellen für Granat Kristalle sind heute leider nicht mehr zugänglich und müssen als historisch betrachtet werden. In der Literatur und den anderen Medien ist selten mal etwas über diese doch recht kleinen Vorkommen veröffentlicht worden. Hin und wieder findet der aufmerksame Leser bevorzugt in alter Literatur oder in der Mineralübersicht einiger Fundstellen oder Bergbaureviere einen Hinweis auf das Vorkommen von Granat. So auch im Bericht des Mineralien Sammlers S. Pestel aus Oelsnitz, welcher im Mineralienmagazin Lapis, Heft 1, Jahrgang 1993 einen Bericht über den Diabassteinbruch bei Dröda veröffentlicht hat.
Das die Ausbildung guter Granat Kristalle im Vogtland selten ist soll kein Grund dafür sein, hier über ein paar seiner Fundstellen zu berichten und Fotos der dort vorkommenden Minerale zu veröffentlichen.

Weitere Stufen aus dem alten Steinbruch Dröda:
Das Bild oben zeigt eine Granatstufe welche mit ein paar Quarz Kristallen besetzt ist. Die Stufe war vollständig mit Calcit überzogen und wurden mit verdünnter Säure frei geätzt. (Bildbr. etwa 7 cm) Darunter ein vergrößerter Ausschnitt dieser Stufe mit Andradit Kristallen bis zu etwa 1 mm Durchmesser; begleitet von Epidot** und Albit**. Rechts eine schöne Stufe, welche mit ausgezeichneten Kristallen von Epidot und Albit besetzt ist. Die Breite der Stufe beträgt 4,5 cm.
Vom Altbergbau bei Krebes sind ebenfalls kleine bis max. 2 mm messende Andradite gefunden wurden. Hier findet man auch größere Brocken von derben Granat, welcher mit Epidot durchwachsen ist und sich gut zum Anschleifen eignet. Eine in der Nähe befindliche Altbergbauhalde bei Schwarzenreuth lieferte neben recht gut ausgebildeten Hämatit (schöne Eisenrosen !) ähnliches Material.


Die genannten Fundstellen liegen fast alle im südwestlichen Vogtland. Hier befinden sich einige Lagerstätten von Diabasgesteinen und Diabastuffen, welche durch tektonische Ereignisse mehrfach beansprucht und zerklüftet wurden. So entstanden besonders in dieser Gegend viele Störungszonen, welche immer wieder aufgerissen wurden und auf denen sich im Laufe der Zeit die verschiedensten Minerale und Erze nach und nach absetzen konnten. Das war die Grundlage für einen über Jahrhunderte andauernden Bergbau. Aber auch kleinere Drusen und Gesteinsklüfte entstanden. Diese beherbergen meistens Quarz, Calcit oder auch Feldspäte. Seltener treten auch Epidot, Eisenglanz oder auch Granat (fast immer Andradit) auf. Diese Kristalle sind in der Regel recht klein und in einigen Fällen vollkommen in Calcit eingebettet. Selten finden sich auch Skarnbildungen im Diabas, welche ebenfalls Granat und die anderen skarnüblichen Minerale führen (wie z. B. im Steinbruch Hoher Hut bei Bösenbrunn).



Granatstufen vom Hohen Hut (Bösenbrunn):
Der etwa 5 cm breite Ausschnitt einer 8 cm breiten Stufe zeigt geriefte Quarze** und Epidot** auf Andradit** (Bild oben).
Die selbe Paragenese besteht bei der unten abgebildeten 4,5 cm breiten Stufe.
Die rechts abgebildete, besonders schön aufgebaute Andradit Stufe hat eine Höhe von 6,5 cm und ist fast allseitig ausgebildet. An ihrer linken Seite befinden sich noch einige Adular Kristalle und geriefte Quarze.
Die Granate traten in den verschiedensten Farben auf. So gibt es dunkel grüne, rotbraune oder auch gelbliche Kristalle. Kleine Andradite sind oft hellgelb und durchsichtig ausgebildet.



Ebenfalls aus dem Steinbruch Hoher Hut:

Im Bild links sind Andradit Kristalle bis 5 mm Durchmesser

und im rechten Bild sind plattig verzerrte Andradit Kristalle bis 1,2 cm Breite auf Epidot** abgebildet.

Nicht weit entfernt vom Steinbruch Hoher Hut befinden sich zwischen den Orten Schönbrunn und Lauterbach einige heute mit Bäumen und Gestrüpp bewachsene Halden; Überreste eines alten vogtländischen Bergbaus. Hier wurde früher vorrangig Zinn-, Kupfer- und Eisenerz abgebaut. Eine dieser Gruben ist der Ludwig Schacht. Dieser besteht heute noch aus einer großen, meist mit Wasser gefüllten Pinge in dem sich noch ein kurzer Stollen befindet. An Mineralien sind noch derbe Zinkblende, etwas Paradoxit anzutreffen. Interessant ist aber das Vorhandensein von anstehenden Skarngesteinen, welche vorrangig aus Granat (Andradit), Epidot, Quarz und Eisenglanz bestehen. Diese Minerale fand man früher auch in kleinen Drusen in kristalliener Ausbildung. Heute ist die Fundstelle geschützt und Teil des dort verlaufenden Bergbaulehrpfades.

Nachfolgend ein paar Belege der Grube Ludwig:
Unten links sind bis zu 1 cm große Andradit Kristalle abgebildet. Das mittlere Foto zeigt eine etwa 7,5 cm breite Stufe mit Andradit, welcher zum größten Teil mit Hämatit (Eisenglanz**) überzogen ist. Im rechten Foto ist ein flächenreicher Granat mit einem Durchmesser von 5 mm dieser Stufe abgebildet.


Der Kleine Ort Tirpersdorf liegt nur ein paar Kilometer nördlich der Stadt Oelsnitz/i.V. und ist durch die Minerale des einstigen Bergbaus auf Wolframit bei vielen Mineralienfreunden bekannt. Neben einer Reihe von gut ausgebildeten und zum Teil auch seltenen Mineralien fanden sich auch Granat Kristalle. Ein heute noch ergiebiges Vorkommen befindet sich etwas westlich des Dorfes auf einen Feld. Hier reicht ein anstehender Skarn bis an die Erdoberfläche. An Mineralien treten neben Granat** (Andradit) noch sehr gut ausgebildete Vesuviane**, meist geriefte Quarze und etwas Feldspat aus. Leider ist hier das Graben nach den Mineralien nicht gestattet.
Hier einige Fundstücke aus den 1980-ger Jahren:



Oben sind zwei typisch Stufen von der Fundstelle bei Tirpersdorf abgebildet. In der 6 cm breiten Druse (oben links) ist ein einzelner Vesuvian Kristall auf Andradit** aufgewachsen. Bei der Stufe oben rechts werden die Granate teilweise von Vesuvian und gerieften Quarz bedeckt (Bildbr. etwa 12 cm).
Die ca. 4,5 cm breite Stufe im rechten Bild ist mit Vesuvian und schönen orange bis gelblichen Granaten besetzt.

In den drei Bildern unten und unten rechts sind für diese Fundstelle ausgezeichnete Andradit Kristalle abgebildet. Bei jedem Foto erreichen die größten Kristalle einen Durchmesser von etwa 5 Millimeter.





Die Stufe rechts ist beidseitig ausgebildet und hat eine Breite von ca. 5 cm.


Neben Granat lieferte die Fundstelle auch ausgezeichnet ausgebildeten Vesuvian. Die Kristalle zeigen zuweilen einen kurzprismatischen Habitus, sind in den meisten Fällen aber langstrahlig oder auch nadelig ausgebildet. Dabei sind die Farben des Minerals recht unterschiedlich und variieren von olivgrünen bis hin zu bräunlichen Tönungen.

Die Stufe unten links hat eine Breite von ca. 9 cm. In der rechts daneben abgebildeten Druse erreichen die schön ausgebildeten Vesuviane eine Länge von 2,5 cm und bestechen durch einen hohen Glanz.

Neben den oben beschriebenen Fundstellen für Granat gibt es noch weitere auf vogtländischen Gebiet. So treten nördlich von Bad Brambach zwischen den Orten Raun und Sohl Lagerstätten von Glimmerschiefer auf, in denen bis zu 1 cm große Almandin Kristalle auftreten.
Auch im Revier der ehemaligen Wismut von Zobes wurde Granat gefunden.
Die Pegmatite im Kirchberger Granit führen in seltenen Fällen ebenfalls Granatkristalle.

Die Fundstelle für Granat am ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen am Saalehang bei Sparnberg soll hier ebenfalls mit behandelt werden
(siehe auch im Betrag von C. Linde aus Jena im Lapis, Heft 7/8, Jahrgang 1990) Leider ist diese Fundstelle heute stark verwachsen und auch nicht mehr ergiebig. Gute Funde sind daher kaum noch möglich. Zwischen 1990 und 1998 besuchte ich diese Fundstelle ein paar mal und konnte neben Granat** (Andradit) noch etwas Epidot**, Vesuvian, Albit** und Eisenglanz finden. Als Seltenheit ist ein Fund von Opal (Hyalith) zu werten.

Andradit Stufe von Sparnberg; Bildbreite 7 cm.

Andradit**, Sparnberg; Breite der Stufe 5 cm

Oben: Zwei etwa 3 cm breite Kleinstufen der Fundstelle

... und Einzelkristalle der Fundstelle:

Eine ausgezeichnete, 16 mm
breite Kleinstufe

Bruchstück (12 mm breit) eines flächenreichen Kristalls

Schöner Einzelkristall mit einem Durchmesser von 13 mm


So große Andradit Kristalle sind auf der Fundstelle recht selten gefunden worden.
Der Durchmesser beträgt 21 mm!!!

Eine doch recht seltene Paragenese von Sparnberg:
Opal (Hyalith) auf Andradit
( Höhe der Minnistufe 6 mm)

(Alle abgebildeten Stufen stammen
aus der Sammlung des Autors)
21. Februar 2016


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letzte Änderung am 20. März 2018 | vogtlandkristall@web.de

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