Vogtlandkristall


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Epidot aus dem Elstertal

Fundstellen > Sonstige Fundstellen

Unterhalb vom Bahnhof Retzschmühle befindet sich eine der schönsten Landschaften des Vogtlandes. Wanderer und andere Naturbegeisterte besuchen zu allen Jahreszeiten das reizvolle und romantisch wilde Engtal der Weißen Elster, dem Steinicht, um sich zu erholen und dem Alltgsstress zu entfliehen. An den Felsklippen links und rechts des Flusses dürfen Bergsteiger unter strengen Auflagen ihrem Hobby nachgehen. Hier im Naturschutzgebiet des Steinicht befinden sich auch einige interessante Mineralvorkommen. Der nebenan abgebildete Wanderweg führt uns am rechten Ufer der Weißen Elster entlang direkt dorthin. Das romantische Tal ist weitgehend noch unberührt und verkehrstechnisch kaum erschlossen. Nur die Gleise der Bahnstrecke Greiz - Plauen durchqueren dieses Gebiet. Dazu mußten vier Brücken errichtet und ein Tunnel angelegt werden. Der Fluss fließt hier auf etwa 2,5 Kilometer Länge durch ein schmales Solenkerbtal, an dessen Flanken bis zu 70 Meter hohe Felsmassive aus Diabas in den Himmel ragen. Einige von ihnen tragen fantasievolle Namen, wie Uhustein, Nelkenstein, Dornbusch oder Nymphenwand. Schmale enge Seitentäler trennen diese Felsgebilde. Das größte dieser Seitentäler trägt die Bezeichnung Orbisgraben. In den Felsmassiven befinden sich einige schwer auffindbare und meist auch schlecht zugängliche Quarzgänge von unterschiedlicher Mächtigkeit, in denen gelegentlich Drusen vorkommen. Hier konnten sich Feldspäte (als Paradoxid) und Epidot in zum Teil recht guten Kristallen ausbilden. Begleitet werden diese durch derben Gangquarz, welcher recht selten nur schlecht und undeutlich ausgebildete Kristalle zeigt. Paradoxit fand sich in bis zu 2 cm großen, zum Teil schön fleischfarbenen Kristallen. In Paragenese fanden sich vorallem noch derber Calcit, Asbest und Chlorit. Ein Gang mit Roteisenstein befindet sich im unteren Bereich an der linken Talseite.

Die Minerale:

Im Bild oben ist eine ausgezeichnete Stufe mit Epidot** abgebildet, welche aus einer alten Mineraliensammlung stammt. Mit viel Glück konnte ich die Stufe 2007 auf der Mineralienbörse in Oelsnitz (Vogtland) erwerben. Ein Teil der Kristalle ist von derben Gangqurz bedeckt. An der Unterseite der Stufe befinden sich noch kleine Kristalle von Feldspat (Paradoxit). (Breite der abgeb. Stufe ca.17 cm)


Die rechts gezeigte Stufe hat eine Breite von ca.9 cm und ist allseitig als Schwimmer ausgebildet. Auffällig sind besonders die stark tektonisch beanspruchten Epidot Kristalle welche auf
Paradoxit** aufgewachsen sind. Links auf der Stufe befindet sich noch etwas derber Milchquarz.











Epidotstufe mit tektonisch beanspruchten und dadurch gebogenen Epidot Kristall. Die Paradoxit Kristalle fallen auf dieser 11 cm breiten Stufe besonders durch ihre kräftige Farbe auf. Feine grau-blaue Überzüge von
Asbest bedecken einige Bereiche der Stufe.















Bild rechts:
Eine Kruste aus
Chlorit bedeckt auf dieser Stufe bis zu 1,5 cm große Epidot Kristalle.









Im rechten Bild sind ausgezeichnete und hoch glänzende Kristalle von Epidot abgebildet. In den Zwischenräumen der bis zu 16 Millimeter großen Kristalle befindet sich noch derber
Calcit.



Die links abgebildete Stufe zeigt für diese Fundstelle recht große Kristalle von Paradoxit. Die zum Teil stark gerieften Kristalle sind leicht angewittert und auf derben Gangquarz aufgewachsen. Der obere Teil der Stufe wird von etwas Chlorit bedeckt. Die Stufenbreite beträgt etwa 8 cm.

Anmerkung: Viele der angebotenen Epidot-Stufen mit der Fundortangabe: Steinbruch Rentzschmühle, stammen nicht von dort, sondern aus der hier beschriebenen Fundstelle.
Aus Gründen der Geheimhaltung benutzten einige Sammler diese falsche Fundortangabe!

Nicht nur schöne Mineralien lieferte das Elstertal im Bereich des Steinicht. Seitdem dieses Gebiet 1996 aktuell als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, besteht auch keine Möglichkeit mehr um Minerale zu sammeln. Dafür findet man heute andere Kostbarkeiten!
Seit Jahren werden Schwäne beobachtet, welche hier ihren Nachwuchs aufziehen. Der aufmerksame Wanderer wird im Sommer sogar kleine, fliegende ,,Edelsteine,, beobachten können. Die Gebänderte Prachtlibelle (Foto links unten) fällt besonders im Sonnenlicht durch ihre intensive blaue Farbe auf. Mit etwas Glück lässt sich auch der vom Aussterben bedrohte Fetthennen-Bläuling (eine seltene Schmetterlingsart) oder der wunderbar gefärbte Eisvogel (Foto unten in der Mitte) beobachten. Auch der Uhu, der Waldkauz, der Grünspecht und der Zaunkönig, oder die Schlingnatter, Eidechsen und viele andere , heute zum Teil seltene und bedrohte Tier- und Planzenarten finden in diesem Naturreservat mit seinen besonderen klimatischen Gegebenheiten die besten Lebensbedingungen.


Die Fundstellen für Epidot im Steinicht müssen heute als historisch eingestuft werden. Sie liegen im Naturschutzgebiet und es bestehen keine Sammelmöglichkeiten mehr. Mit etwas Glück kann man aber auf Mineralienbörsen oder auch im Internet noch Stücke aus alten Sammlungen erwerben.







Febr. 2015

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letzte Änderung am 22.Januar 2018 | vogtlandkristall@web.de

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