Vogtlandkristall


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Die Minerale vom Stbr. ,,Glockenpöhl´´

Fundstellen > Steinbrüche > Die Steinbrüche bei Bösenbrunn

Obwohl der Steinbruch Glockenpöhl der kleinere der Bösenbrunner Brüche ist, lieferte er in der Zeit von 1995 bis etwa 2005 hervorragende und nicht nur für das Vogtland einmalige Mineralstufen. Genannt seien hier nur die ausgezeichneten wasserblauen Fluorite, die schönen Calcite, welche durch ihre Formenvielfalt bestechen und der fantastische Fund großer Gersdorffitkristalle, welche wohl mit zu den besten Europas zählen. Weiterhin besticht der Steinbruch durch sein relativ großes Mineralienangebot auf kleinstem Raum. Besonders der Nicodemusgang und der Bösenbrunner Fluoritgang lieferten eine reiche Mineralparagenese. Beide Gänge waren durch zahlreiche kleinere Gänge miteinander verbunden, welche ebenfalls einige bemerkenswerte Mineralien lieferten.

Der Steinbruch Glockenpöhl im Januar 2005.
An der rechten, hohen Wand ist deutlich der anstehende Nicodemusgang (A) sichtbar. An der Bruchwand hinten zeigt sich der Bösenbrunner Fluoritgang (B).
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Das herausragenste Mineral des Steinbruch ist ohne Zweifel der Gersdorffit. Die typisch oktaedrisch ausgebildeten Kristalle zeichneten sich zum größten Teil durch einen hohen Metallglanz aus und erreichten in der kurzsäuligen Ausbildung Größen bis zu 1,5 cm, bei einem Durchmesser von bis zu etwa 5 mm!

Bereits 1995 konnten in der Erzanreicherung einer Bi-Co-Ni Formation im Nicodemusgang die ersten kleinen Kristalle von Gersdorffit geborgen werden. Weitere Minerale waren ged. Arsen, ged. Silber (sehr selten) , Safflorit**, Löllingit**, Nickelin, Skutterudit** und Ni-Skutterudit**, sowie etwas Akanthit**. Ged. Wismut und etwas Bismuthinit** runden diese Paragenese bestens ab.
Am 02. Januar 2001 gelang dann
der erste gute Fund von großen Gersdorffit Kristallen im Bereich des Bösenbrunner Spatganges. Die Mineraliensuche an diesem Tag gald eigentlich dem an dieser Stelle vorkommenden kleinen Pyrrhotin Kristallen und nach ged. Wismut.
Der Pyrrhotin bildet kleine (bis zu etwa 5 mm messende) gut ausgebildete Kristalle, welche wohl zum größten Teil schon in Pyrit umgewandelt sind. Ged. Wismut fand sich hier in größeren Anreicherungen im anstehenden Fluorit- und Dolomitgang. In ganz seltenen Fällen zeigten sich auch kleine, frei ausgebildete Wismut Kristalle in kleinen Drusen. Annabergit trat hier nur vereinzelt als Krusten und eingesprengt im Spat auf.

Bild oben: Akantit** bis ca. 8 mm auf Safflorit** und Löllingit**.
Bild in der Mitte: Bismuthinit** und ged. Wismut** (Bildbr. 7mm; beides aus dem Nicodemusgang)
Zwei Stufen aus dem Bösenbrunner Spatgang:
Bild u. links: Gersdorffit** bis 11 mm.
Bild u. rechts: Ged. Wismut in Dolomit und Fluorit (Bildbr. etwa 12 cm).

Fluorit** war bis zum Jahresende von 1999 eine echte Rarität des Steinbruchs. Nur selten trat er in kleinen und derben Partien auf. Im Sommer 1992 konnte ich meine ersten tiefblauen Kristalle und auch zwei kleine Stufen in einem schmalen Gang bergen. Die bis zu 3,5 cm messenden Kristalle traten zusammen mit Calcit** (ausgebildet als Papierspat) in einer kleinen Kluft auf. Besonders spektakulär war der Fund von hervorragend ausgebildeten Fluorit Kristallen im Westteil des Steinbruches, im Bereich des Bösenbrunner Spatganges. Hier wurde im November 1999 der Bösenbrunner Fluoritgang angeschnitten, welcher bis Dezember 2000 ausgezeichnete Stufen und Einzelkristalle dieses Minerals lieferte. Die meistens hellblauen Kristalle waren fast immer parkettiert, bei einer durchschnittlichen Größe von etwa 2 cm. Der größte gefundene Kristall hatte eine Breite von ca. 13 cm! Weitere gut ausgebildete Minerale aus diesen Drusen waren vor allem Calcit**, Pyrit** und Quarz**, sowie etwas Dolomit** und seltener auch Aragonit**.



Bild oben: Fluorit**,Pyrit**, Dolomit* auf Quarz** (Stufenbr. ca. 12 cm).






Bild Mitte: Farblose Fluoritkristalle mit Calcit**,Dolomit** und Pyrit** auf 13 cm breiter, allseitig ausgebildeter Quarzstufe.





Das Bild unten zeigt eine etwa 11 cm breite Fluorit Stufe vom Bösenbrunner Spatgang.




Rechts ist eine im Jahre 1992 gefundene Stufe mit Fluorit* und Calcit**, welcher als so genannter Papierspat ausgebildet ist, abgebildet. Der Fluoritkristall hat eine Breite von 3,5 cm.
Die Gesteinsmatrix besteht aus Diabas. Die kleine Druse lieferte neben zwei weiteren Fluoritstufen, noch lose Kristalle von Fluorit und einige Calcitstufen.

Formenreiche Calcite :

Calcit** trat im gesamten Bereich des Steinbruchs in vielfältiger Ausbildung auf, wobei die Kristallform als sechsseitiges Prisma vorherrschend war. In dieser Ausbildung traten die Kristalle in langprismatischer Form, als Kanonespat, bis hin zum dünnen Papierspat auf. Weitere Kristallformen sind die des Skalenoeders und des Rhomboeders. Kombinationen dieser Kristallausbildungen ergänzen die Formenvielfalt der Calcite. Phantomartige Erscheinungen (sechsseitiges Prisma auf Skalenoeder) bzw. Zepterbildungen sind die Ausnahme. Die Kristalle sind meistens weiß ausgebildet, wobei untergeordnet auch farbige und durchsichtige Kristalle auftreten. Durch Manganeinlagerung sind manche Calcite leicht rosa bzw. zart violett gefärbt. Ein Kristall aus dem Nicodemusgang zeigt sich durch eingelagerten Chlorit in grau-grüner Farbe. Einige Kristalle erscheinen in goldgelben bis bräunlichen Farben. Dieses wird durch dünne Krusten von Limonit verursacht.
Die Größe der Calcite beträgt im Schnitt ein bis zwei Zentimeter. Kristalle über 5 cm sind die Ausnahme. Der wahrscheinlich größte Calcit hat eine Höhe von ca. 4,5 cm bei einem Durchmesser von 9 cm. Kristallaggregate erreichten eine Größe von bis über 15 cm Durchmesser.

Die Größenangaben der oben abgebildeten Calcitstufen (von oben nach unten):

Linke Reihe:

=> 15 x 12 cm
=> 13 x 8 cm
=> Kristallhöhe 1,5 cm
=> 7 x 3,5 cm
=> 9 x 5 cm
=> Stufenhöhe 2,5 cm

Mittlere Reihe:

=> 9 x 6,5 cm
=> Durchmesser der
,,Calcit-Rosen´´ bis zu 2,5 cm
=> 9 x 5,5 cm


Rechte Reihe:

=> 10 x 7 cm
=> 14 x 9 cm
=> 12,5 x 9 cm
=> Stufenhöhe 6,5 cm
=> 13 x 9 cm
=> 7 x 5 cm

Calcit**, ausgebildet als flache Rhomboeder, mit Pyrit**. Ein dünner Überzug von Limonit erzeugt die braune Verfärbung.

(Breite der Stufe etwa 16 cm)

Dolomit ist in den hydrothermalen Gängen in derber Ausbildung zusammen mit Gangquarz weit verbreitet. In den recht häufig vorgekommenen Drusen trat er zusammen Calcit** in weißen Kristallen auf. Dazu gesellten sich immer wieder Quarz**, Kupferkies**, Pyrit**, Ankerit**, sowie Limonit.


Bild rechts: Calcit**, als ca. 3,5 lange ,,Kanonenspat´´- Kristalle auf Dolomit**
Bild unten Links:
Kupferkies Kristall (Höhe ca. 2 cm) auf Calcit. Der Calcit ist hier in zwei Generationen ausgebildet. Auf dem Skalenoeder erscheint die zweite Abfolge als ,,Kanonenspat´´.
Bild unten rechts:
Hochglänzende Ankerit Kristalle auf 9 cm breiter Stufe.

Neben Dolomit und Calcit ist Quarz das am meisten vorkommende Mineral im Steinbruch. Zusammen bilden diese drei Minerale die Hauptausfüllung der hydrothermalen Gänge. Der Quarz kann in kristalliner Ausbildung mit den verschiedensten Mineralien in Paragenese, als auch in eigenständigen Drusen auftreten. Die Kristalle sind in der Regel weiß und undurchsichtig, kommen aber auch als Bergkristall vor. Die meist pyramidal ausgebildeten Kristalle erreichen selten Größen von bis zu drei Zentimeter. Gelegentlich sind einige Kristalle durch Chlorit grau-grün verfärbt. Heller, blass ausgebildeter Amethyst ist aus einem älteren Fund bekannt. In einigen Drusen werden die Quarze von dünnen Krusten von Pyrolusit oder von Limonit überzogen.
Eine weiter Ausbildungsform des Quarzes, der Calcedon, ist ebenfalls gefunden worden.






Oben, links: Pyrolusit (grau) und Limonit (gelb) auf Quarz**, Stufenbreite ca. 11 cm.

Oben rechts: Durch Chlorit grau-grün gefärbte, 6 cm breite Quarzstufe aus dem Nicodemusgang.

Mitte rechts: Eine für den Steinbruch seltene Ausbildungsform des Quarzes, ebenfalls aus dem Nicodemusgang, zeigt diese Quarz-Geode in Dolomit; Breite der Stufe ca. 9 cm.

Unten links: Blauer Chalcedon auf Quarz**; Breite der Stufe 4,5 cm.

Unten rechts: Diese Ausbildung von fleischfarbenem Chalcedon auf Quarz** dürfte für die Fundstelle wohl einzigartig sein.









Diese 14 cm breite Quarzstufe aus dem Nicodemusgang ist mit bis zu 6 cm langen Quarz-Doppelendern besetzt. Einige kleine Pyritkristalle und eine Haube aus Dolomit** runden das Bild perfekt ab.

Pyrit ist im gesamten Bruchbereich vertreten. Im drusigen Bereich der Gänge tritt er in Kristallen auf. In den feinen Gesteinsspalten bildet er zum Teil auch kleine rundliche Pyrit-Sonnen aus.






Bild rechts: Calcit** auf Pyrit**; Stufenbreite etwa 7 cm.

Bild unten links: Vom Bösenbrunner-Spatgang stammt diese 8 cm breite Stufe mit Pyrit** aufCalcit**.

Bild unten rechts zeigt eine Calcitstufe mit bis zu einen Zentimeter großen Pyritkristallen, welche mit einer dünnen Schicht von Limonit belegt sind.

Weitere interessante Minerale des Steinbruchs :
(Aus Platzgründen werden nicht alle in der Mineralienübersicht aufgeführten Minerale des Stbr. in Bildern vorgestellt.)






Eine der wenigen Stufen mit Azurit**, in Paragenese mit Malachit, derben Kupferkies, Quarz** und als Besonderheit mit kleinen, weißen Wollastonit Kristallen.



Bild links zeigt eine für den Stbr. seltene Mineralienparagenese: Mimetesit in kleinen Kristallen zusammen mit Bleiglanz und Cerussit auf Quarz**.(Bildbr. etwa 4 cm)

Bild unten links: Limonit und Goethit in stalaktitischer Ausbildung (Stufenbreite 5,5 cm).

Bild unten rechts: Pyrrhotin-Kristall auf Pyrit**. (Kristallgröße ca. 4 mm)










Grünlicher Siderit**
auf 9 cm breiter Stufe.






Dunkel angelaufene Kupferkies-Kristalle auf einer etwa 4,5 cm breiten Calcitstufe aus dem Nicodemusgang.










Ein etwa 3 mm hoher Calcit-Zepter auf Pyrit aus dem Bösenbrunner-Spatgang.



Link zum Beitrag Steinbruch Hoher Hut


Fundmöglichkeiten:

Offiziell bestehen seit 2013 keine Fundmöglichkeiten mehr!

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letzte Änderung am 22.Januar 2018 | vogtlandkristall@web.de

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