Vogtlandkristall


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Die Brandleithen-Fundgrube bei Voigtsgrün / i.V.

Fundstellen > Fundstellen des Altbergbaus > Altbergbau an der Talsperre Pöhl









Ansicht der mit Bäumen bewachsenen Pingen der Fundstelle

Der Altbergbau bietet uns immer wieder die Möglichkeit, um neue und schöne Mineralien zu entdecken.
Sehr interessant sind aber auch die Überreste alter Bergbautätigkeit, wie Bergeisen, Schlacken, Holzkohle und Scherben von Keramik. Durch diese Funde lassen sich einige Fragen über die Art und Weise, sowie die Zeit des alten Bergbaus klären. Dies zeigt beispielsweise mein Fund einer alten keramischen Öllampe
(Frosch) im historischen Bergbaugebiet zwischen Plauen-Chrischwitz und der Ortschaft Voigtsgrün. Leider konnte ich bis zum heutigen Zeitpunkt noch keine weiteren Angaben zur Grube und dessen Bezeichnung (Brandleithen-Fundgrube ?) ausfindig machen. Die alte Keramik mit den Maßen 9 x 7,5 x 2,5 cm ist beim Graben nach Mineralien zwar in zwei Teile zerbrochen, aber dennoch fast vollständig erhalten (siehe Foto). Archäologen datierten diese Keramik auf das 13. bis 14. Jahrhundert. So belegen auch die Hügelgräber aus der jüngeren Bronzezeit zwischen Voigtsgrün und Möschwitz oder auch der Fund von Keramik aus der früheisenzeitlichen Billendorfer Kultur die lange Besiedlung dieser Gegend. Weitere Zeugen einer langen Besiedlungsgeschichte sind der Fund von alten Münzen aus der Zeit um 1230. Die erste urkundliche Erwähnung von Voigtsgrün (Voytisgrune = Rodung eines Vogtes) stammt aus dem Jahre 1301. Ein weiterer sicherer Beweis für eine lange Bergbautradition ist die erste urkundliche Belehnung der Vögte zu Plauen mit dem Bergwerks- und Münzrecht aus dem Jahre 1232.
Fakt ist jedoch, daß hier im Gebiet um Plauen schon vor langer Zeit Bergbau auf Eisen und Kupfer betrieben wurde.

Keramik aus dem Altbergbau:

Tonfrosch (13./14. Jahrhundert)


Die bisher gefundenen Minerale:

Aragonit**
Bis jetzt nur ein bescheidener Fund von kleinen Kristallen bis 7 mm.

Calcit**
Calcit kommt selten und in meistens angelösten Kristallen bis ca. 2 cm Größe vor. Dafür finden sich im Quarz sehr viele Negative nach Calcit in Skalenoederform.






Im Bild: Bis zu 6 mm große Calcitkristalle.

Chalcedon
Chalcedon findet sich meistens zusammen mit Chrysokoll.

Chrysokoll
Chrysokoll kommt in sehr guten und auch größeren Stücken im fast gesamten Grubenbereich vor. Er besitzt meist eine kräftig grüne bis hellblaue Farbe.



Eine etwa 7 cm breite, mit Chalcedon überzogene Chrysokollstufe.

Cuprit**
Cuprit kommt selten in kleinsten Kristallen vor. In den meisten Fällen tritt er zusammen mit den anderen Kupfererzen in derber Form und in braunen Farbtönen auf.






Cuprit**, Malachit und Chrysokoll in 5 mm breiter Druse.

Dolomit(**)
Dolomit tritt in derber Form recht häufig auf. Die wenigen Kristalle sind meistens klein und schlecht ausgebildet.

Homichlin
Dieses Erz kommt selten in den noch zu findenden Gangstücken vor, da es zu seiner Zeit eines der begehrten Kupfererze war.

Hemimorphit**
Hemimorphit fand ich bis jetzt nur zweimal als faserige Krusten zusammen mit Malachit auf Limonit.



Stufe (6 cm Breit) mit Hemimorphit und Malachit auf Limonit.

Kupferkies
Kupferkies ist auf den Halden nur noch selten zu finden. Mein bisher bester Fund ist ein etwa 14 x 12 x 7 cm messendes Gangstück, welches zum Teil mit etwas Malachit, Chrysokol und Cuprit besetzt ist.

Kupferpecherz
Selten kommt Kupferpecherz zusammen mit anderen Kupfererzen vor.

Malachit**
Auf der Fundstelle ist Malachit nach Chrysokoll das am meisten vorkommende Cu-Mineral. Oft kommen beide Minerale zusammen vor. Monoklin ausgebildete Kristalle von Malachit sind selten. In den meisten Fällen liegt er in krustiger und zum Teil auch in nadliger oder strahliger Ausbildung vor.


Links eine 7 cm breite Stufe mit knollig ausgebildetem Malachit.
Die rechts abgebildete 12 cm breite Stufe ist komplett mit feinen Malachtnadeln besetzt und dürfte in dieser Ausbildung und Größe wohl zu den besten Malachitstufen des Vogtlandes zählen.

Pyrolusit**
Als Seltenheit dieser Fundstelle gilt ein Fund von kristallinem Pyrolusit.

Pyrit
Pyrit tritt nur in derber Form im Nebengestein der Lagerstätte auf.

Quarz**
Dieses Mineral kommt auf der gesamten Lagerstätte reichlich vor. In kristalliner Ausbildung tritt er nur als Hochtemperaturquarz auf. Sehr oft bildet er dabei Perimorphosen nach Calcit**, Dolomit** oder Baryt** aus. Die Größe der Kristalle liegt bei max. 2 cm. Einige Quarze zeigen eine grünlich-graue Farbe (Einlagerungen durch Chlorit? ).

Das rechte Bild zeigt eine 6 cm hohe Quarzstufe.
Auf dem linken Foto ist eine 20 x 17 x 7 cm große Stufe abgebildet, bei welcher der Quarz** als Perimorphose nach Baryt** ausgebildet ist.



Perimorphosen von Limonit und Quarz nach Siderit** (Stufenbreite 6 cm).

Quarzperimorphose nach Calcit** (Skalenoeder). Der große doppelendig ausgebildete Kristall ist ca. 3,5 cm lang.


Siderit

Siderit kommt häufig als derbe Gangstücke vor. Die seltenen Kristalle sind meistens schon in Limonit umgewandelt.

Tenorit
Tenorit tritt gelegentlich als schwarzes Pulver zusammen mit den anderen Kupfermineralien auf.





Ein noch nicht bestimmtes Mineral:

Fundmöglichkeiten:
Die Halden und Pingen dieses Altbergbaues sind in weiten Bereichen noch unberührt, so daß auch in Zukunft noch mit weiteren Funden zu rechnen ist.

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letzte Änderung am 22.Januar 2018 | vogtlandkristall@web.de

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