Vogtlandkristall


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Aktuelles aus den Bösenbrunner Steinbrüchen (1. Halbjahr 2015)

Aktuelles > Neu eingestellte Berichte

Schon im ersten Halbjahr lieferten die Steinbrüche bei Bösenbrunn im Vogtland einige überraschende Mineralienfunde welche ich hier vorstellen möchte. Konnte im letzten Jahr der Steinbruch Hoher Hut mit Funden von gediegen Kupfer und Kakoxen (zwei für diese Fundstelle neue Mineralien) aufwarten; so können wir die Liste der Mineralien durch den Erstfund von Wavellit und Variscit im Steinbruch Glockenpöhl weiter ergänzen. Ganz aktuell ist ein ausgezeichneter Neufund von Dufrenit**, ebenfalls aus dem Steinbruch Glockenpöhl.

Die Ansicht der Steinbrüche zwischen den vogtländischen Ortschaften Schönbrunn ( im Hintergrund in der Bildmitte) und Bösenbrunn im Mai des Jahres 2015. Rechts liegt der Steinbruch Hoher Hut, zur Bildmitte hin sind die Werksanlagen zu sehen, welche zur Zeit durch die Firma STREICHER betrieben werden. Die Straße verbindet beide Orte und bildet zugleich die Trennlinie zwischen beiden Steinbrüchen. Im linken Bildbereich ist der Neuaufschluss des Steinbruchs Glockenpöhl sichtbar.

Interessante Erst- und Neufunde im Steinbruch Glockenpöhl

Auf der oberen Sohle des neuen Abbaubereiches werden zur Zeit die verwitterten Gesteine des Gebirges abgetragen um an den begehrten Diabas zu gelangen, welcher auf der 2. Abbausohle zu großen Teilen schon ansteht. Im linken Bild ist eine größere Einlagerung von Schwarzschiefer zu erkennen, welche im Randbereich durch thermische Einflüsse der Ergussgesteine (Diabase und Diabastuffe) umgewandelt wurde (helle Umrandung des Schwarzschiefers).

Im Schwarzschiefer selber befand sich eine Zone, welche durch helle Einlagerungen von einem unbekannten Mineral auffiel. Dieses befand sich vorwiegend auf den Spaltflächen des Gesteins.(Bild oben rechts)
Zu meiner Überraschung konnte ich hier zwei für den Steinbruch neue Mineralien entdecken. Die hellen Einlagerungen im Schiefer erwiesen sich später als Variscit in feinkörniger Ausbildung. Wavellit in kugeligen Aggregaten (bis etwa 2mm Durchmesser) von schmutzig grau-weißer bis bräunlicher Farbe kleidete kleine flache Drusen im Schwarzschiefer aus. Auf einer schmalen Gesteinskluft daneben fand sich auch etwas Variscit in licht-grüner Farbe. Leider blieb es bis heute bei dem Einzelfund mit nur wenigen Stufen.
(Bild oben links zum Vergrößern bitte anklicken)

Die Mineralfunde im einzelnen:

Klein aber fein: Wavellit...

Mit dem Fund von Wavellit und Variscit konnte ich im Mai dieses Jahres zwei weitere Mineralien nachweisen, welche bisher im Steinbruch nicht auftraten. Auf der oberen Sohle wurden bei den Abbauarbeiten eine Einlagerung von Schwarzschiefer im Diabas angefahren. Hier traten auf den Spaltflächen des Schiefers größere weiße, feinkörnige Ablagerungen auf. Diese erreichten maximal eine Dicke von ca. 5 Millimeter und erwiesen sich als das Aluminiumphosphat Variscit. In diesem Bereich befanden sich auch kleinere Drusen mit Wavellit**, welcher radialstrahlig in kugeligen Aggregaten (bis maximal zwei Millimeter im Durchmesser) auftrat. Seine Farbe ist grau-weiß, zum Teil mit einem Stich ins bläuliche und stellenweise auch bräunlich. Unter dem Mikroskop sind die Wavellit-Aggregate zum Teil durchscheinend.

Die oben gezeigte Druse ist etwa 7 cm breit.
Die Bildbreite links beträgt ca.3,5 cm.


...Allophan...

Das Bild oben links (Bildbr. ca. 1cm) zeigt farblosen und das Bild rechts daneben weiß, knollig ausgebildeten Allophan auf Quarz (Bildbr. 2cm).



Allophan fand sich bisher an drei verschiedenen Stellen des Steinbruchs auf der 2. und 3. Abbausohle in anstehenden Quarz-Limonit Gängen, sowie im Kontacktbereich zu Schwarzschiefer.Er bildet hier auf Kluftflächen und in Hohlräumen gelartige, kugelige Gebilde und Krusten aus. Der Farbton variiert von farblos über weiß bis ins bläuliche.



Nach erneuten Untersuchungen stellte sich heraus, dass es sich bei den gelartig ausgebildeten Mineralkrusten nicht um Wavellit, sondern um Allophan handelt. Nach dem Erstfund besonders der glasigen Ausbildung kam der Gedanke auf, es könnte sich um Opal (Hyalith) handeln. Eine erste Analyse lies eine gelartige Ausbildungsform von Wavellit vermuten. Dagegen sprachen aber einige physikalischen und chemischen Eigenschaften (wie Härte, Säurelöslichkeit usw.).
Allophan und Opal sind zwei der wenigen bekannten Minerale, welche amorph ausgebildet sind und keinem Kristallsystem angehören. Äußerlich können sie zum verwechseln ähnlich aussehen. Aus diesem Grund wurde er auch zuerst falsch bewertet und für Opal (Hyalith) gehalten.
Dieses Beispiel zeigt uns einmal mehr, wie schwierig die Bestimmung von Mineralien sein kann.

Oben ist eine 5,5 cm breite Stufe mit bläulichen Allophan auf Limonit abgebildet, welcher diesen als dünne Kruste überzieht.

... und Variscit
In unmittelbarer Nähe der Wavellit-Drusen durchzog eine schmale, aus Variscit bestehende Ader den Schwarzschiefer, welche nur einige brauchbare Stücke dieses für den Steinbruch ebenfalls erstmals gefundenen Minerals lieferte. Seine Farbe ist weiß bis lichtgrün. In heller pulverförmiger Ausbildung bedeckte er große Bereiche auf den Spaltflächen der Gesteins.



Bild links: Variscit auf Schwarzschiefer, Stufenbreite etwa 7 cm.
Das Bild unten zeigt eine etwa 12 cm breite Stufe mit Variscit aus dem Erstfund.


(Die Minerale Wavellit, Variscit und Allophan sind durch EDX-Analysen bestätigt.)

Fluorit

Fluorit trat linsenförmig in einem bis zu 30 cm breiten Quarzgang in verwitterter sandiger Ausbildung auf. Selten fanden sich darin lose Kristalle mit einer Kantenlänge von bis zu 7 cm. Eine größere Quarzdruse lieferte Fluorite, welche einen treppenartigen Aufbau zeigen. Auch diese Kristalle bildeten keine Stufen und lagen nur lose im Drusenraum.

Die Größe der links und rechts abgebildeten Kristalle beträgt etwa 4 cm.

Kupferkies** auf Quarz**

Ein auf der obersten Abbausohle im Schwarzschiefer anstehender Quarzgang lieferte einige Quarzstufen, etwas Kupferkies und Malachit.

Die gezeigte Quarzstufe mit aufgewachsenem Kupferkies hat eine Breite von 8 cm.

Limonit mit Anlauffarben

Im Kontakt zum Schwarzschiefer an der rechten Bruchwand befand sich ein Quarz-Limonit Gang. Von diesem Gangmaterial konnten einige attraktive Stücke mit schönen Anlauffarben geborgen werden. (Breite der unten abgebildeten Stücke bis 7 cm)

Ein ausgezeichneter Neufund:
Dufrenit**

Anfang Juli entdeckte D. Frenzel aus Triebel kleine schwarz-grüne kugelige Kristallgruppen auf Limonit und war der Meinung, dass es sich um einen weiteren Fund von Wavellit handeln würde. Ich erhielt von Ihm zwei Proben seines Fundes zur Analyse und untersuchte diese noch am gleichen Abend. Die Ausbildung des Minerals, seine Farbe und Strichfarbe, dessen Härte und die Paragenese bestätigten meinen Anfangsverdacht, dass es sich um das Eisenphosphat Dufrenit handelt. Eine Spätere EDX-Analyse durch Dr. W. Bär bestätigte dieses.
Dufrenit trat in den Spalten und Rissen eines kleinen Limonit Ganges auf. Zum Teil bildete er dünne Krusten aus. Vorherrschend sind aber die typischen radialstrahligen, kugeligen Gebilde. Selten treten auch einzelne Kristalle oder auch Kristallgruppen auf. Trägermaterial ist Limonit und/oder Quarz (zum Teil auch mit schönen Anlauffarben). In einigen Fällen sind diese Stufen mit weißen, lockeren Pusteln von Variscit überzogen, welche sich aber einfach abwaschen lassen und so die darunterliegenden Dufrenite freigeben.

Die Fundstelle befand sich auf der oberen Abbausohle im Kontaktbereich des Schwarzschiefers zum Diabastuff. Einige Meter weiter rechts befand sich der Limonit-Quarz Gang mit den oben beschriebenen bunt angelaufenen Limoniten.

(Siehe Foto am Anfang meines Berichtes, wo die Fundbereiche der neu gefundenen Minerale gekennzeichnet sind)

Bild oben links: Dufrenit auf Harnischfläche von Limonit (Stufenhöhe ca. 4 cm)
Bild unten links: Dufrenit in radialstrahlig kugeliger Ausbildung, Bildausschnitt etwa 2 cm.
Bild rechts unten: Dufrenit radialstrahlig und als winzige Einzelkristalle auf Limonit, (Bildbreite etwa 1,5 cm).


Dank:
Für die oben genannten EDX-Analysen möchte ich mich recht herzlich bei Dr. Wilfried Bär aus Bad Elster für seine Mitarbeit bedanken. Falls Sie Interesse an einer kostengünstigen EDX-Analyse haben können Sie unter
mineral.edx@gmail.com Kontakt mit Herr´n Bär aufnehmen.


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Fluorit**, Quarz** und Calcit** aus dem Steinbruch Hoher Hut


Quarz** und Calcit**

Größere Drusen sind in den Steinbrüchen von Bösenbrunn wohl eher die Ausnahme. Mitte Juni dieses Jahres wurde auf der 7. Sohle ein Quarzgang angefahren, welcher uns Sammlern zu Glück eine recht große Druse zeigte. Nach dem Freilegen erreichte diese mit einer Höhe von ca. einem Meter, einer durchschnittlichen Breite von 40 cm und einer Tiefe von über 2,5 Meter doch schon beachtliche Ausmaße! Wie immer wahren die meisten der Mineralstufen durch die Spreng- und Abbauarbeiten stark zerstört. Ein paar besonders schön ausgebildete und große Quarz-Stufen konnten wir dennoch bergen. Zum Teil sind auch Calcite aufgewachsen.

Links im Bild ist die große Quarzkluft zu sehen. Im rechten Bild erkennt man die noch im Kluftlehm liegenden Kristallstufen.


Im Bild links ist eine etwa 19 cm breite Quarzstufe, welche mit Calcit Kristallen besetzt ist ,abgebildet. Einseitig werden die Quarze von einer dünnen Schicht Limonit bedeckt.

Die Quarzstufe unten hat eine Breite von 12,5 cm.

Die Calcit Kristalle auf der unten links gezeigten Stufe haben einen Durchmesser von bis zu 4,5 cm. Die Quarze werden auch hier durch eine braune Kruste aus Limonit bedeckt.














Links im Bild ist eine für den Steinbruch ausgezeichnete Quarzstufe (Größe: 25 x 18 cm !) abgebildet, welche mit einigen etwa 1 cm großen Calcit Kristallen besetzt ist.




Fluorit*




Anfang März des Jahres wurden auf der 6. Steinbruchsohle eine handvoll Einzelkristalle von ausgezeichneten Fluoriten gefunden. Die Kristalle zeigen an der Oberfläche deutliche Lösungserscheinungen. Die abgebildeten Kristalle stammen aus einem Fund des Mineraliensammlers J. Liebold aus Neuensalz im Vogtland. Der rechte Kristall ist etwa 5 x 7 cm groß.

25. Juli 2015

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